Neuigkeiten aus der M1 |
Dominik | Farid | Jana | Pia | Renate |
In unserer KlasseIn unserer Klasse gibt es Einser und Zweier und Dreier.Als dieses Jahr neue Einser kamen, konnten sie gleich ganz viel. Sie konnten die Tausender-Rechnungen und Lateinschrift schreiben. Ich bin ein Dreier. Und als ich ein Einser war, konnte ich noch nicht so viel. Aber ich glaube nur deshalb, weil die Einser immer sehen, was wir machen. « zurück zum Seitenanfang |
Dominik
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Als die Einser in die Klasse kamen
Als die Einser in die Klasse kamen, konnten sie noch nichts machen. Sie konnten überhaupt nicht rechnen und überhaupt nicht schreiben. Die Einser lernten und lernten. Sie wurden immer besser. Und die beste Rechnerin ist ein Mädchen. Sie heißt Pia. Sie konnte sehr gut rechnen. Und sie war auch die fleißigste in der Schule. Die anderen Einser waren auch gut, aber nicht wie Pia. Und Pia hat auch eine Freundin. Sie heißt Jana. Sie ist fast so gut, aber noch nicht gut genug. Pia und Jana werden immer weiter machen, bis sie die besten Rechner werden! Aber besser als die Dreier werden sie nicht. « zurück zum Seitenanfang |
Farid
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Die Jana ist hier
Hallo, hier bin ich wieder. Die Jana ist hier. Ich gehe in die M1.In der M1 gibt es Dreier und Zweier und Einser. Und die Einser heißen so: Valentin und Esra und Pia und Markus und Patrick und Adem und ich, die Jana. Und jetzt kommen die Zweier: Birsen und Sarah und Daniela und Danica und Richard und Yasin. Und jetzt kommen die Dreier: Bahar und Farid und Amir und Basti und David und Liam und Dominik. Und wisst ihr, wer meine besten Freunde sind? Ich zähle sie einmal auf: Pia und Amir und Farid und Birsen und Sarah und David und Basti und Valentin und Daniela. So, eigentlich ist jetzt Schluss. Tschüss, mich seht ihr bald in der Zeitung. « zurück zum Seitenanfang |
Jana
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Ich heiße Pia
Ich heiße Pia. Ich bin 6 Jahre. Ich gehe in die M1. Ich kann sehr gut rechnen. Jetzt mache ich solche Rechnungen: 2314 . 3 Ich habe einfach Material hingelegt. « zurück zum Seitenanfang |
Pia
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Unterricht differenziert und individuell6.September 1999,für viele Kinder der erste Schultag - und ein entscheidender Schritt in einen neuen Lebensabschnitt: Als Adem - noch nicht sechs Jahre alt - in unsere Klasse kam, konnte er kaum einen Bleistift halten. Auch sonst war er ausgesprochen unselbständig, wurde er doch als "Nesthäkchen" von Eltern und vier älteren Schwestern liebevollst umsorgt und verhätschelt. Alleine - ohne seine Schwester Bahar, die ebenfalls in die M1 geht - wollte er absolut nicht bleiben. Er sprach kein Wort Deutsch und verstand uns kaum. So sahen seine ersten Schreibversuche aus:
Jana konnte bereits lesen und schrieb wunderschön. Ihre große Liebe war - und ist - die Musik. Deshalb verbrachte sie die meiste Zeit mit dem Zusammenstellen von Klangkompositionen auf dem Keyboard. Pia rechnete mit Begeisterung. Sie war sicher im Erkennen zweistelliger Zahlen und konnte diese bald anwenden. Auch Patrick und Markus zeigten gleich ihr Interesse an der Mathematik. Beide fühlten sich mit Zahlen wohler als mit Buchstaben. Sie konnten wirklich schön schreiben, malten alle Buchstaben sorgfältig ab. Allerdings: Patrick kannte nur wenige, Markus keinen. Und: Markus wollte sie auch gar nicht erst lernen. Beim Rechnen aber ging es ihnen gut.
Esra fehlte gleich zu Beginn mehrere Wochen und versäumte dadurch sehr viele Unterrichtsstunden. Valentin saugte auf wie ein Schwamm. Mit größter Aufmerksamkeit verfolgte er alles, was rund um ihn geschah. Für seine eigene Arbeit, seine eigenen Schreibzeilen, hatte er so gut wie keine Zeit. Sieben Schulanfänger - sieben eigenständige Persönlichkeiten. Grund genug, um für jedes Kind ein eigenes Programm auszuarbeiten, für jedes Kind einen individuellen Arbeitsplan zu erstellen. Eine ziemlich aufwendige Angelegenheit!
Doch diese Situation ist schon lange nicht mehr neu. Besonders in unserer Schule gibt es seit langem Kinder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen: Seiteneinsteiger (Kinder, die während des laufenden Schuljahres kommen) können oft kein Wort Deutsch, andere aber haben mit engagierten Eltern bereits die halbe Welt erforscht. Da mittlerweile auch in der Öffentlichkeit immer mehr Wert auf individuelles Arbeiten gelegt wird, wurde der Schulversuch "Neue Grundschule" auf die gesamte Volksschulzeit ausgedehnt. Also haben wir (Margret Taucher und ich) vor einiger Zeit die Herausforderung angenommen. Wir haben "den Stier bei den Hörnern" gepackt und haben uns das "Schreckgespenst" einer totalen Streuung zum Verbündeten gemacht: Mit anderen Worten: Wir haben uns auf eine Mehrstufenklasse eingelassen. Wenn schon, denn schon! Damit gibt es von vornherein keinen Gleichschritt mehr, wir haben unsere Arbeit auf individuelle Programme umgestellt. Schön langsam sind wir in diese neue Form des Unterrichts hineingewachsen. Und siehe da: Die ersten Früchte dürfen geerntet werden! Während sich die ca. 25 Kinder einer ersten Klasse allmählich - und für den Lehrer oft ziemlich mühevoll - an den Schulalltag gewöhnen müssen, haben unsere sieben das recht schnell geschafft. Sie sind ja in einen funktionierenden Betrieb eingegliedert worden. Anstellen, Klo gehen, Hefte abgeben, Turnsackerln bzw. Werkkoffer herrichten, Klassenregeln, Pausengestaltung, ... all das sind Dinge, die für 2/3 der Kinder (ab dem nächsten Jahr 3/4) selbstverständlich sind. Die Kleinen brauchen nur mit-zu-leben, müssen nur mitmachen. Außerdem ist immer jemand da, der ihnen beim Anziehen, beim Bleistift spitzen, beim Einpacken, ... helfen kann. Schon nach einigen Tagen sind sie bereit, in der Arbeitszeit wie die Großen zu sitzen und zu "lernen". Trotzdem bleibt die Notwendigkeit bestehen, für 20 Kinder mindestens zehn unterschiedliche Arbeiten vorzubereiten. Daher liegt ein Schwerpunkt unserer Vorbereitung in der Organisation des Tagesablaufs. Vieles muss Routine sein, muss den Kindern lieb und vertraut sein. So fühlen sie sich wohl und haben wenig Stress. Neues wird - abgesehen vom Morgenkreis, in welchem oft ein neues Thema angeschnitten wird - meistens in Kleinstgruppen oder in Einzelarbeit an sie herangetragen. Denn jedes Kind soll die Möglichkeit haben, seinem Stand entsprechend den nächsten Schritt zu wagen. Während also der Großteil der Klasse übt und sich mit Bekanntem beschäftigt, haben wir Lehrerinnen Zeit um mit einzelnen Kindern den Lehrstoff zu erarbeiten. Herzstück unseres Unterrichts ist das hervorragende Material, das wir über viele Jahre hinweg in der Klasse angesammelt bzw. für die Klasse entwickelt haben. Es erleichtert unsere Arbeit enorm. Denn sehr viele Bereiche aus Deutsch und Mathematik sind dadurch bereits abgedeckt. Wir müssen nur noch darauf achten, dass dieses Material auch verwendet wird und wie. Durch genaues Beobachten können wir dann auch feststellen, ob und wo Kinder vielleicht Probleme haben.
Ein großer Vorteil dieses Materials ist die gute Sichtbarkeit. Selbst die Kinder, die damit noch nicht arbeiten müssen, erleben immer wieder, wie es aufgelegt und verwendet wird. Später einmal, wenn sie selbst an der Reihe sind es auszuprobieren, ist es ihnen nicht mehr wirklich fremd. Das ist auch ein Grund dafür, dass unsere "Einser" bereits so gute Rechner sind. Auch bei der Präsentation der Wochenarbeit im Schlusskreis wird oft Material vorgestellt. Nämlich von den Kindern, die damit gearbeitet haben für die Kinder, die es vielleicht noch nicht kennen. So wird auch bei diesen die Lust geweckt es selbst einmal zu versuchen. « zurück zum Seitenanfang |
Renate Böhm
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