Neuigkeiten aus der M1


Der Englischkurs | Nachmittagsbetreuung | Rätsel | Turnsaal | Renate: Erwartungen

Originaltext von David

Der Englischkurs

In der zweiten Stunde, wenn die 1er und 2er Werken sind, tun alle 3er Englisch.
Wir lernen Englisch. Wir sagen zum Beispiel: Woz jor neim? Das heißt nämlich: Wie heißt du?
Wir tun auch Lieder singen. Und wir tun auch Sprücherln lernen. Und wir tun auch Zettel mit Bildern auf den Rücken und der andere muss erraten, was es ist.
Und wir haben auch die 4 Jahreszeiten angemalt. Und wir schauen uns auch Filme an. Und wir haben auch einen Sack, wo man reingreift und erraten muss, was drinnen ist.
Und wir haben mit einem Pullover, einem Schal, Handschuhen, Socken, einer Pyjamahose und einer Mütze ein Spiel gespielt. Es geht so: Alle ziehen etwas an.

Einer geht vor die Tür und die anderen müssen diese Kleider tauschen. Wenn er wieder reinkommt, dann muss er erraten, welche Kleider sie vorher angehabt haben.


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David
David

Nachmittagsbetreuung

Originaltext von Birsen Ich bleibe immer lange in der Schule.
Ich gehe nach der Schule in den Hort. Meine Hortlehrerin heißt Susanne. Wir gehen immer in den Gymnastikraum. Manchmal gehen wir auch in den Turnsaal.
Birsen und Susanne im Turnsaal Wir gehen zu Mittag in die Küche zu Frau Buchecker. Das Essen schmeckt gut.

Ich gehe jeden Tag in den Hort. Ich gehe jeden Tag um 15:45 Uhr nach Hause.



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Birsen
Birsen und Frau Buchecker in der Schulküche

Rätsel

Valentin beim Schreiben Ich bin der Valentin. Ich schreibe gern Rätsel am Computer. Ich mache für jedes Kind ein Rätsel.
Ich teile in der Früh die Rätsel aus. Am nächsten Tag sammle ich sie wieder ein. Dann steht die Antwort drauf. Beim letzten Mal waren die meisten richtig.
Da ist ein Rätsel für alle:
Wer ist das: In der Früh auf 4 Beinen, zu Mittag auf 2 und am Abend auf 3.


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Valentin

Turnsaal

Kämpfen auf der dicken Matte Ich heiße Markus. Ich gehe in die Schule und ich tu gerne schreiben und rechnen. Und wir gehen in den Turnsaal. Und wir gehen manchmal in den Hof. Und es gibt viele Sachen in dem Turnsaal. Und ich schlägere in dem Turnsaal. Und wir kämpfen manchmal und wir haben die dicke Matte. Und wir dürfen nicht mit dem Fuß schlagen.

Und wir Einser haben das ABC gelernt und ich kann schon eine Geschichte schreiben. Und ich habe gesagt es ist schwer.
Es ist leicht. Diese Geschichte hat Markus gemacht.

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Markus
Markus

Erwartungen - 1. Teil

Der Tag der offenen Tür ist vorbei. Die Einschreibungen haben begonnen. Wieder werden Kinder eingeschult.

Eine aufregende Zeit. Für Eltern, für Kinder und für Lehrer. Eine Zeit voll prickelnder Erwartungen, voll Hoffnung, nicht selten auch voll Bangen.

Nun, welche Erwartungen hat wohl ein Kind, das zu uns in die Ortnergasse kommt?
Es sind sicherlich dieselben, die auch jedes andere Kind hat, das eingeschult wird, nämlich:
Dass es bald zu den Großen gehören wird. Dass es endlich viel lernen darf. Dass es neue Freunde findet. Dass es hoffentlich nette LehrerInnen bekommen wird. Dass es ...

Was erwarten wohl jene Eltern, die ihr Kind in die Ortnergasse geben?
Vielleicht dasselbe wie andere Eltern auch:
Dass nämlich ihr Kind bald etwas lernen wird. Dass es hoffentlich gescheit genug sein wird. Dass es möglichst gut mit der Umstellung zurechtkommen wird. Dass es ...

Vielleicht aber erwarten einige von ihnen auch ganz spezielle, nämlich Ortnergassen-spezifische Zustände:
Dass nämlich jenes positive Klima von freundlicher Akzeptanz, welches sie in dieser Schule bereits erlebt haben oder von dem sie gehört haben, weiterhin bestehen bleibt. Dass ihr Kind in einer multikulturellen Umgebung zur Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Lebensweisen geführt wird. Dass es Neugier entwickelt gegenüber anderen Ländern, anderen Sprachen, anderen Religionen und Gepflogenheiten. Dass es die Vielfalt von unterschiedlichen Regeln und Geboten kennenlernt.
Und dass es im Umgang mit diesen Unterschieden das Wesentliche entdeckt, nämlich die Gemeinsamkeit in den grundlegenden Bedürfnissen aller Menschen: den Bedürfnissen nach Nahrung, nach Schutz, nach Liebe und Freundschaft, nach Anerkennung und Würde.

Und was erwarten jene Eltern, die ihr Kind nicht in die Ortnergasse geben, obwohl sie gleich um die Ecke wohnen?
Nun, sicherlich spielt folgende Überlegung eine entscheidende Rolle: In einer Schule mit so vielen Ausländern wird mein Kind nicht genug lernen können. Wird das Leistungsniveau sehr niedrig sein.
Offensichtlich erwarten sie also Schwierigkeiten für das spätere Leben ihres Kindes aufgrund schlechterer Ausbildung.

Was erwarten nun LehrerInnen, die an dieser Schule unterrichten?
Eine homogene Klasse, die mit einem Minimalaufwand an Vorbereitungszeit zur Gymnasiumsreife marschiert? Eine Gruppe von Kindern, die sich im Kreis der Familie und mit Unterstützung durch NachhilfelehrerInnen jenes Wissen aneignet, das von ihnen dann nur mehr gemütlich abgeprüft werden braucht? Einen Halbtags-Job mit langen Ferien also?
Sicherlich nicht.

Erwartungen - 2. Teil

Erwartungen.
Erwarten.
Warten.

Warten auf etwas, das irgendwann eintreffen wird.
Das irgendwann zu Stande kommen wird.
Irgendwann erscheinen wird.
Warten auf jemanden, der irgendwann einmal auftauchen wird.
Der dieses oder jenes machen wird.
Hoffentlich.

Warten.
Und die Aufmerksamkeit gelenkt auf diese eine Sache.
Den Blick gerichtet in diese eine Richtung.
Fixiert auf das, was da kommen wird.

Zum Beispiel ein wichtiger Anruf.

Wir alle kennen solche oder ähnliche Situationen: Man sitzt vor dem Telefon und traut sich kaum weg. Man dreht die Musik leise und vermeidet alle lauten Betätigungen wie etwa Bohren, Mixen, Staub saugen. Man verschiebt den Gang aufs Klo. Man hält andere Telefonanrufe äußerst kurz, denn sie sind in dieser Zeit des Wartens unerwünscht und werden nur als störend empfunden. Man ...

Erwartungen, die das Leben beeinflussen. Oft sogar massiv beeinflussen.
Denn für alles andere ist man in dieser Zeit blind und taub. Das zählt nur am Rande.

Bei einem Anruf mag das nicht so eine Rolle spielen. Die Zeit des Wartens ist wahrscheinlich relativ kurz.

Bei anderen Dingen kann es lange dauern.
Zum Beispiel beim Warten auf den Traumjob. Auf den wirklich absolut idealen Partner. Auf wenigstens einige Lotto-Millionen.

Oder auf Kinder, die zu Genies werden.

Nur:
Die Chance, dass diese Dinge eintreffen, ist von vornherein äußerst gering einzuschätzen. Folglich wird die Erfüllung dieser Wunschvorstellung in Wirklichkeit ja gar nicht erwartet.
Im Gegenteil: Erwartet wird jetzt viel eher das Ausbleiben dieser Ereignisse – und damit die Enttäuschung!

Plötzlich ist die ganze Aufmerksamkeit nur mehr darauf ausgerichtet, dass dieser Wunsch nicht erfüllt wird. Dass dieses "Etwas" nicht eintreffen wird.

Was als harmlose Vorstellung begonnen hat, kann sich zu einem bedauerlichen, manchmal katastrophalen Lebensmuster ausweiten. Dann nämlich, wenn diese Fixierung keine andere Sichtweise mehr zulässt und die Wahrnehmung vollkommen einseitig wird.

Zum vorangegangenen Beispiel:
Einer dieser störenden und deshalb so kurz gehaltenen Anrufe könnte ebenfalls wichtig gewesen sein. Wäre unter anderen Voraussetzungen mit Begeisterung aufgenommen worden. Hätte in weiterer Folge vielleicht zu einem gemütlichen Abend geführt, zu einer (anderen) netten Bekanntschaft, zu einem (anderen) beruflichen Angebot, zu einem andersartigen Gewinn.

Zu einem anderen – erfreulichen – Erlebnis mit (s)einem Kind.

Doch die Chance ist vorbei. Diese Möglichkeit ist vertan.
Und zwar deshalb, weil der Kopf nicht frei war dafür. Weil der Empfänger anders programmiert war. Weil ein anderer Filter vorgeschaltet war.

Diese andere Information ist nicht bis zum Bewusstsein vorgedrungen. Sie wurde nicht wahrgenommen, ist daher subjektiv nicht existent.
Und bald schon existiert nur mehr die Tatsache, dass der erwartete Anruf immer noch fehlt.

Eine ganz persönliche Wirklichkeit ist entstanden.

Erwartungen - 3. Teil

Geschichten zum Nachdenken:

Erwartungen beeinflussen entscheidend auch das Leben der Umwelt, der Mitmenschen.

Dazu gibt es interessante Versuche. Zwei davon möchte ich hier vorstellen.
Die entsprechenden Geschichten sind in meinem Kopf. Sie stammen aus einem meiner "gescheiten" Bücher. Aus welchem, konnte ich bis zur Redaktionssitzung nicht mehr herausfinden. Also gibt es jetzt leider keine Fakten, keine Zahlen und keine Quellenangabe.
Nur zwei nette Geschichten, und die waren sinngemäß so:

Erste Geschichte/Erster Versuch:
Eine Anzahl von Laborratten wurde an Studenten verteilt. Der Auftrag an die Studenten lautete: Bringt eurem Tier Kunststücke bei!
Zusätzlich wurde einem Teil der Studenten erklärt, dass ihre Tiere aus einer ganz besonderen Zucht stammen, dass sie äußerst intelligent seien und hervorragend geeignet fürs Lernen.
Den anderen Studenten wurde gesagt, ihre Tiere seien überzüchtet und deshalb dumm - und eigentlich für nichts mehr zu gebrauchen. Trotzdem sollten sie halt mit ihnen üben.

Eindeutig brachten die angeblich so "intelligenten" Ratten die besseren Leistungen. Sie konnten wesentlich mehr Kunststücke als die "überzüchteten, dummen".

Als nun nachgeforscht wurde, was denn die Studenten mit ihren Tieren gemacht hatten, stellte sich folgendes heraus:
Die Studenten mit den "intelligenten" Ratten hatten großen Spaß daran gefunden, mit den Tieren zu arbeiten. Sie waren selbst unglaublich gespannt, was diese Tiere wohl alles zu Stande bringen würden und holten sie bei jeder Gelegenheit aus dem Käfig.
Die Studenten mit den "dummen" Ratten hatten von vornherein wenig Hoffnung auf Erfolg. Sie erwarteten keine großen Leistungen und ärgerten sich bald über jeden misslungenen Versuch. Eigentlich nahmen sie die Tiere nur mehr aus dem Käfig um ihre Pflicht zu erfüllen.

Die Ratten jedenfalls waren alle wahllos aus einem Haufen genommen worden!


Zweite Geschichte/Zweiter Versuch:
In mehreren Klassen wurden Tests durchgeführt. Es sollte festgestellt werden, bei welchen Kindern im kommenden Schuljahr alle Voraussetzungen für einen überdurchschnittlichen Lern-Zuwachs vorhanden seien.
Ohne die Tests auch nur zu beachten bzw. auszuwerten wurden aus jeder Klasse ganz beliebig Namen ausgewählt. Dann brachte man den jeweiligen Lehrern die Listen mit den Namen dieser "vielversprechenden" Kinder.
Und siehe da: Am Ende des Schuljahres hatten diese Kinder tatsächlich wesentlich mehr dazugelernt als die übrigen Mitschüler!
Denn:
Durch die "wissenschaftliche" Feststellung beeinflusst, hatten sowohl Lehrer als auch Eltern eine ganz bestimmte Erwartung. Diese Erwartung richtete nun die ganze Aufmerksamkeit auf den angekündigten Lernzuwachs. Also wurde auch der kleinste Fortschritt bemerkt und als Erfolg verbucht.

Die positive Spirale war in Kraft getreten: Erfolg macht Freude. Freude führt zu Lernbereitschaft. Durch diese Bereitschaft kommt es zu guten Leistungen, also wieder zu Erfolg. Und: Erfolg macht Freude...


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Renate Böhm
Renate Böhm

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