NACHMITTAGSBETREUUNG

Unsere Schule wird seit Herbst 1995 als Offene Schule geführt, d.h. an den Unterricht am Vormittag schließt nahtlos die Nachmittagsbetreuung (fälschlich auch "Hort" genannt) an. Dieses Schulmodell ermöglicht - in erster Linie berufstätigen - Eltern, ihr/e Kind/er, die andernfalls am Nachmittag alleine zuhause wären, länger in der Schule zu lassen und betreut zu wissen. Es besteht auch die Möglichkeit, Kinder nur für einzelne Tage pro Woche anzumelden.

Der nachmittägliche Betreuungsteil beinhaltet Mittagessen, eine tägliche Lernstunde, sowie freie und gelenkte Freizeitgestaltung. Nach dem Unterrichtsschluss um 11.00, 12.00 oder 13.00 Uhr werden die betreffenden Kinder von den NachmittagsbetreuerInnen übernommen und von ihnen bis spätestens 17.30 Uhr betreut. Die Kinder können zu jeder Zeit abgeholt werden, außerdem gibt es zwei Entlassungszeiten, nämlich 15.45 Uhr und 17.30 Uhr, die für jedes Kind zu Schuljahresbeginn mit den Eltern vereinbart werden.

Beim Mittagessen können die Eltern am Schulanfang zwischen drei Menüs, darunter ein schweinefleischfreies, auswählen. In der Lernstunde haben die Kinder die Gelegenheit, unter Aufsicht einer Lehrerin oder eines Lehrers ihre Hausübungen zu machen. Die übrige Zeit, also zwischen Mittagessen und Lernstunde sowie danach ist für die Kinder Freizeit. Diese ist ausgefüllt mit freien als auch gemeinsamen, angeleiteten Spielen, Basteln, Singen, Zeichnen, Malen und vor allem viel Möglichkeit zum Austoben bzw. für Bewegungs(spiele). Der/die FreizeitbetreuerIn ist darüber hinaus auch AnsprechpartnerIn, (nicht nur für die Kinder mit prinzipiell all ihren Wünschen und Anliegen, sondern auch für deren Eltern), ZuhörerIn, Vermittlerin, HelferIn, "Krankenschwester bzw. -pfleger", TrösterIn, AnimatorIn, OrganisatorIn (z. B. von Aktivitäten außer Haus), Verantwortungs-, "Disziplinierungs- und Autoritätsperson" (mir fällt im Moment leider keine positiver besetzte Bezeich-nung dafür ein, jedenfalls - ohne Regeln geht es meiner Meinung nach halt nicht) und - immer wieder selbstreflektiertes - Vorbild für die Kinder. So verstehe zumindest ich persönlich meine Rolle als Betreuerin.

In diesem Schuljahr haben wir vier Nachmittagsgruppen, drei davon werden von je 1 BetreuerIn (Hans, Mustafa, Susanne) geführt und eine Gruppe hat zwei Betreuerinnen (Snezana und Maria), weil zwei Integrationskinder dabei sind. Jeder Gruppe sind Kinder aus bis zu vier verschiedenen Schulklassen zugeteilt. Am Beginn jedes Schuljahres achten wir bei der Zusammensetzung der Gruppen darauf, dass einerseits Kinder ungefähr gleichen Alters zusammen kommen, da sie dann von ihren Freizeitinteressen her mehr gemeinsam haben bzw. machen können sowie auch den Tagesablauf betreffend (Unterrichtsschluss, Essenszeit und Lernstundenzeit sind bei Viertklasslern später als bei Erstklasslern) besser zusammenpassen. Andererseits sollen nach Möglichkeit auch die Kinder, die im Vorjahr in einer Gruppe waren zusammen bleiben und auch wieder den/die selbe/n BetreuerIn bekommen. Und schließlich schauen wir auch darauf, daß die Gruppen ungefähr gleich groß sind (zur Zeit besteht jede Gruppe aus durchschnittlich fünfzehn Kindern).

Jede Nachmittagsgruppe hat einen eigenen Gruppenraum, dabei handelt es sich allerdings um Klassenzimmer, die vormittags für Unterrichtszwecke genützt werden, was unsere Entfaltungs-, Spiel und Bewegungsmöglichkeiten etwas einschränkt. Ideal wären größere Gruppenräume, die uns ausschließlich für die Nachmittagsbetreuung zur Verfügung stehen und entsprechend ausgestattet sind bzw. werden können. Genau das ist auch geplant. Denn unsere 101-jährige Schule wird demnächst saniert und ausgebaut, und im Zuge dessen werden auch die Freizeiträumlichkeiten erweitert und neu eingerichtet. Um dem starken Bewegungsdrang der Kinder einigermaßen gerecht zu werden, nützen wir - je nach Verfügbarkeit - möglichst oft den Turnsaal, den Gymnastikraum und den Schulhof. Wir unternehmen auch Ausflüge und Exkursionen.
DAS PLAKAT ...

... ist dazu gedacht, jenen, die sich nicht so recht vorstellen können, was wir im Rahmen der Nachmittagsbetreuung eigentlich machen, einen kleinen inhaltlichen Einblick zu geben und gleichzeitig obigem - bewusst sachlich-informativ gehaltenen - Text etwas Auflockerung gegenüberzustellen. Es wurde von meiner Gruppe der Sechs- bis Siebenjährigen gestaltet.
Das Plakat in schlechter Auflösung
Zuerst fanden wir mittels Brainstorming so viele Begriffe wie möglich, die den Kindern zur Nachmittagsbetreuung einfielen. (Das ging so schnell und durcheinander, dass ich Mühe hatte, beim Aufschreiben mitzukommen!) Dabei beteiligten sich sämtliche an diesem Tag anwesenden Kinder der Gruppe, nämlich: Aleksandar, Birsen, Danijela, Jana, Manuel, Richard, Samantha, Sevinc, Thomas und Valentin.

Anschließend bemalten und beklebten einige Mal- und Bastelfreudige (Birsen, Richard, Samantha, Sevinc und Thomas) das Plakat. Zum Schluss ergänzte ich alles Schriftliche, also alle Begriffe des Brainstormings.
Susanne Rödl
Susanne Rödl
Anmerkung des Herausgebers:
Leider kann man auf dem Bild vom Plakat nicht gut lesen, welche Stichwörter die Kinder gefunden haben. Wir werden sie für die nächste Zeitung abschreiben und als Text veröffentlichen.

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