Neuigkeiten aus der M1 |
Meine Tiere | Das Krokodil | Der Bleistift bekommt einen Radierer | Das dicke Heft | Renate: Falsch - aber richtig! |
Ein neues Kind in der Klasse Wir haben eine neue Schülerin. Sie heißt Anja Ramona. Sie kommt aus dem Burgenland. Sie war auch schon dort in der Schule. Es hat ihr ein bisschen gefallen. Jetzt wohnt sie im fünfzehnten Bezirk. Jetzt kommt sie zu uns in die Schule. Im Kreis sitzt sie neben Patrick und Danica.
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Birsen
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Helene Nächstes Jahr kommt die Helene zu uns. Ich kenne sie deshalb, weil sie von meiner Schwester die Freundin ist. Und ich freue mich, dass sie kommt.Und sie war schon einmal hier und hat sich die Klasse angeschaut. Und wie sie da war, habe ich mit ihr die Gummiringerln gemacht. Und wir haben die Gummiringerln hergezeigt. ![]() |
Sarah
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Hallo, hier bin ich wieder. Die Jana ist hier.
Ich will euch etwas ganz Wichtiges erzählen. Von meiner Oma mag ich euch erzählen. Meine Oma war am Freitag hier. Sie ist schon sehr alt. Sie kann auch nicht mehr gut hören, also war es gut, dass sie ihr Hörgerät mitgenommen hat. ![]() |
![]() Aber ich glaube, es hat ihr gefallen, weil sie hat zu Hause gleich gesagt: "Diese Schule ist so reizend toll. Und die lieben Kinder! Der Junge, der mit den schwarzen Zähnen war ja auch so reizend. Auch Janas Freunde Pia und Sarah waren sehr lieb. Aber am liebsten ist mein Schatz Jana! Und die Lehrerinnen. Eine Lehrerin hat mich gefragt, ob ich Durst habe und sie hat mir Wasser gebracht." Und dann haben wir mit meiner Oma gespielt. Es haben mit der Oma gespielt ich, Pia und Sarah. Und wir haben Karten gespielt mit Fragen drauf. Und wir haben ihr das LÜK gezeigt. |
Jana
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Die folgenden Texte sind Fantasie-Geschichten. Die Kinder bearbeiten in ihren Texten ja sehr unterschiedliche Themen. Bisher haben wir nur Berichte über die Arbeit in unserer Klasse veröffentlicht. Zur Zeit arbeiten wir allerdings viel mit digitalen Fotos, im Speziellen noch mit den Fotos vom Faschingsfest. Diese werden - einstweilen einmal von mir - nach Wunsch der Kinder bearbeitet. Die Ideen dazu richten sich zunächst hauptsächlich nach den im Programm vorhandenen "Hintergrundfotos". Aber wir beginnen auch schon, selbst zu planen und gezielt Aufnahmen für einen speziellen Zweck zu machen, z.B. für die Saurierfotos. Dazu schreiben die Kinder dann ihre Geschichten. Deshalb heute einige Erzählungen. Die Bilder dazu sind allesamt Fotomontagen. |
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Die Prinzessin vom Himmel
Hallo, ich bin die Prinzessin vom Himmel. Ich wohne im Muschelhaus. Ich habe viele Muscheln gesammelt. Ich sehe von oben ganz gut nach unten. Ich habe eine Prinzessinnen-Freundin. Sie besucht mich manchmal und ich besuche sie auch. Sie heißt Esra. Wir reiten zu einem Prinzen. Wir tanzen mit dem Prinzen. Vielleicht werden wir heiraten. |
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Bahar
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Der Stegosaurus![]() Es war eine Nacht, es war Weihnachten. Und das Christkind hat ein riesiges Geschenk gebracht. Das ist zerplatzt. Und auf einmal war ein Dino da, das war Stegosaurus. Dann ist er zu mir gekommen und hat gesagt: "Reite auf mir!" Dann sind wir nach Tirol geritten. Dann sind wir stehen geblieben. Wir waren ganz alleine im Wald. Urschöne Berge waren dort. Wir waren auf einem Ausflug. Dann haben wir gespielt. Er wohnt jetzt bei mir. Aber in der Garage. |
Richard
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Mein Freund![]() Der Stegosaurus ist mein Freund. Und er heißt Richard. Er wohnt in meinem Haus. Er spielt mit meinem Bruder und er spielt mit mir auch. Ich kann auch auf ihm sitzen und er läuft. Und er läuft in den Park. Und er schaut zu den Kindern. Die Kinder wollen ihn angreifen und sie wollen auf ihm sitzen. Sie geben ihm Bananen. In meinem Haus ist eine Kiste, da kann er schlafen. Ich habe keine Angst vor ihm. |
Yasin
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Meine Tiere![]() Ich habe einen Hasen. Der Hase heißt Lila. Das ist ein Mädchen. Der Hase will, dass ich ihn streichle und dass ich den Hasen küsse. Ich streichle meinen Hasen. |
![]() Ich habe ein Meerschweinchen. Das Meerschweinchen frisst Spaghetti, Salat, Apfel, Brot, Karotte und Körner. Es ist lieb. Das Meerschweinchen liebe ich. |
Daniela
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Das Krokodil![]() Amir hat einen Ausflug nach Ägypten gemacht. Dort ist er in einen Zoo gegangen. Und es sah aus wie in einer echten Landschaft. Dort gab es viele Tiere: Löwen, Affen, Haie, Giraffen, Elefanten, Flamingos und Kängurus. Aber ein Tier fiel Amir am meisten auf: ein Krokodil. Da sagte ein Zoowärter: "Willst du das Krokodil streicheln?" Da ging Amir zu seiner Mutter und fragte sie. Sie erlaubte es. Jetzt streichelte er das Krokodil den ganzen Tag. Und er hatte keine Angst. |
Amir
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| Die Bilder zu folgenden Geschichten wurden erst im Nachhinein gemacht, wurden also an die Geschichte angepasst. |
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Der Bleistift bekommt einen Radierer![]() In einem großen Federpenal wohnte ein Bleistift. Er wollte einen Radiergummi zum Spielen. Aber im großen Federpenal gab es vier verschiedene Fächer. Und das war das Problem, weil der Bleistift war im obersten Fach und der Radierer im untersten Fach. Darum überlegte der Bleistift, wie er den Reißverschluss aufmachen könnte. Und gleich kam ihm eine Idee, wie er den Reißverschluss aufbekommen würde. Er radierte. Endlich war der erste Reißverschluss weg. Dann der zweite, dann der dritte und jetzt der letzte. Jetzt war er beim Radiergummi und steckte den Radierer auf seine Mine. Und jetzt konnte der Bleistift schreiben und radieren. |
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Das dicke Heft![]() Ich muss jeden Tag ein ganzes Heft vollschreiben. Das ist ganz schön mühsam. Und dann auch noch Hausaufgaben! Die Hausaufgaben sind immer 20 Rechenblätter. Auf einem Rechenblatt sind 24 Rechnungen, also das wären genau 480 Rechnungen! Eines Tages kam ein Zauberer, der gab mir zwei dicke Hefte. Und er flüsterte mir ins Ohr, dass ich, wenn ich rechnen müsste, das Rechenblatt auf die Rückseite legen sollte. Dann rechnet er die Rechnungen in 10 Sekunden aus, und das Ergebnis schreibt er auch hin. Beim Schreiben ist genau das Gleiche. Ab jetzt war ich immer in zehn Minuten fertig mit allem, was ich tun muss. |
Bastian
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Falsch - aber richtig!Mittlerweile hat jedes Kind aus unserer Klasse mindestens einen Beitrag für die Zeitung gestaltet, bis auf Adem haben alle selbst geschrieben. Manche Kinder haben solchen Spaß daran, dass sie für jede Nummer etwas machen möchten. Manche arbeiten lieber an ihren Geschichten weiter, sie wollen nicht extra etwas für die Zeitung schreiben. So hat z.B. Farid bereits zwei Hefte voll mit Pokemon-Erlebnissen, denn die sind ihm wichtiger. Und Bastian hat jede Menge Texte in der Art wie die vom Bleistift.Andere Kinder haben es noch recht schwer, ihre Gedanken zu formulieren. Denn selbst für die kleinsten Geschichten müssen die notwendigen Voraussetzungen erst einmal vorhanden sein. Und dazu gehört bei einigen Kindern auch noch das Erlernen der Sprache. Deshalb sind manche Arbeiten noch sehr schwer zu entziffern. Die Freude aber, die mit dem Schreiben verbunden ist, ist offensichtlich: Jeden Tag entsteht eine neue Geschichte. Und diese Freude muss unbedingt gefördert werden bzw. erhalten bleiben! Da darf es uns - Lehrer und Eltern - nicht stören, dass manches "völlig falsch" ist. Dass ganze Wörter fehlen oder doppelt vorkommen. Dass die Grammatik nicht stimmt. Dass ähnliche Laute nicht differenziert werden (z.B. g und k). Dass die Groß- und Kleinschreibung nicht durchschaut und daher völlig unpassend im Gebrauch ist. Dass plötzlich nur mehr in Großbuchstaben geschrieben wird, obwohl das Kind sogar schon Schreibschrift übt. Dass ... Was in dieser sensiblen Phase zählt, ist das Bewusstwerden folgender - entscheidender - Tatsache: Das, was in meinem Kopf ist, kann ich aufschreiben. Das, was ich mir ausdenke, kann ich zu Papier bringen. Können andere lesen. Kann ich anderen mitteilen. Und Tage später kann ich noch immer nachschauen, was mir da eingefallen ist! Ein ständiges Ausbessern - ein "Alles richtig machen müssen" - könnte hier ganz schnell zum Aufgeben führen. Vergleichbar mit dem Auftrag: "Beginne erst mit eigenen Texten, wenn du Rechtschreibung und Grammatik beherrschst! Wenn du weißt, wie man Aufsätze schreibt!" Das aber wollen wir keineswegs! Denn: Die neurologischen Prozesse, die im Gehirn durch dieses freie Schreiben ausgelöst werden, unterscheiden sich wesentlich von jenen, welche durch das Abschreiben und Auswendiglernen von Wörtern in Gang gesetzt werden. Und dabei geht es nicht nur um das brennende Interesse an der eigenen Geschichte (siehe Ausgabe Nr.6: Stroh im Kopf). Entscheidend ist, dass die Anzahl der an dieser Arbeit beteiligten Neuralfelder viel größer ist. Ein neurales Feld ist eine Ansammlung von tausenden Gehirnzellen, die miteinander verbunden als Einheit operieren. Dieses steht wiederum in Verbindung mit anderen Feldern. Die Fähigkeiten jedes Einzelfeldes erhöhen sich durch solche Interaktionen mit anderen Feldern. Je häufiger nun ein Neuralfeld aktiviert wird, desto besser und schneller werden die Verbindungen und desto besser werden unsere Gehirnkapazitäten genutzt. Der Sprache fällt dabei eine Hauptaufgabe zu. Sie bildet die Brücke zwischen den äußeren konkreten Eindrücken, die wir über unsere Sinnesorgane aufnehmen und den inneren Bildern, die diese Eindrücke wieder erinnern. So werden durch das bloße Aussprechen oder Denken von Worten in der Erinnerung dieselben Felder aktiviert, die an der ursprünglichen Situation schon beteiligt waren. Alle die Felder, die für Geschmack, Geruch, Geräusche, Gefühle, ... zuständig sind, treten untereinander in Interaktion, werden ausgebaut und gefestigt. Noch intensivere Aktivität erfordert das Gestalten dieser inneren Bilder, das Umformen der Realität. Das konkrete Erleben, die reale äußere Welt, wird erweitert um die Welt der Fantasien, der Metaphern und Symbole. So wird die Aktivität der Neuralfelder zunehmend vom Reptiliengehirn über das limbische System in den Neokortex ausgeweitet. Das Abstraktionsvermögen wird angebahnt. In der heutigen Zeit ist für Erzählen und Zuhören schon so wenig Zeit, dass das Erstellen dieser inneren Bilder wenig trainiert wird. Die meisten Bilder werden bereits fix und fertig geliefert. Spielzeug ist bis ins letzte Detail genau nachgebildet, Geschichten werden in Filmen, Comics oder mit vielen Illustrationen angeboten. Allein der Vorgang des Erzählens oder Zuhörens aber und das damit verbundene Erstellen dieser inneren Bilder - das Ausbauen und Verändern der Realität - sorgt im Gehirn für wesentliche Entwicklungsprozesse. Und das "Zu Papier bringen" erfordert weitere wichtige Aktivitäten. (Mehr darüber bei J. C. Pearce "Der nächste Schritt der Menschheit - die Entfaltung des Menschen aus neurobiologischer Sicht") Wenn in unseren Schulen das Aufsatzschreiben trainiert wird, dann erfüllt das nur selten diesen Zweck. Viel zu früh werden die Kinder in einen festen Rahmen gezwängt. Selbst bei der Kategorie der Fantasie-Geschichten gibt es noch strikte Regeln: die Dreiteilung in Einleitung-Hauptteil-Schluss, das Verbot der Wortwiederholungen, die Festlegung auf eine bestimmte Zeit, das Beachten unterschiedlicher Satzanfänge, Satzzeichen, Rechtschreibung, ... Und schließlich noch eine Verbesserung - und eine Verbesserung der Verbesserung! Da bleibt nicht viel Sinn für innere Bild-Arbeit. Lieber hält man sich schon an einen vorgegebenen Muster-Aufsatz, bei dem nicht viel schiefgehen kann! Auch wenn nun die Texte unserer Anfänger auf manche Leser vielleicht abschreckend wirken: Wir können gerade darin vieles von dem entdecken, was an Lernzuwachs stattgefunden hat. Können an den Fehlern erkennen, welche Fortschritte das Kind gemacht hat. Deshalb freue ich mich auch über jede Geschichte, die diese Anfänger (er)schaffen. Und zu den Anfängern gehören auch all jene, die schon im zweiten Lernjahr in unserer Klasse sind, aus verschiedenen Gründen aber erst jetzt mit dem Schreiben begonnen haben - wie z.B. Yasin, Daniela, Danica und Sarah. Aus der Sicht mancher Kritiker mögen diese Texte zwar komplett falsch sein, mit dem Wissen um die neurobiologischen Hintergründe jedoch scheinen sie mir absolut wichtig - und daher richtig! |
Renate Böhm
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